Bedarf an spezieller Betreuung wächst – Mehr Lebensqualität für Betroffene
Eggenfelden. Eine „Tagespflege für dementiell erkrankte Bewohner” hat das Christanger Alten- und Pflegeheim des Diakonischen Werks Pfarrkirchen eingeführt – Vorreiter auf diesem Gebiet im Landreis Rottal-Inn ist schon die Diakonie-Altenflegeinrichtung in Postmünster gewesen.
„Für ältere demente Menschen können wir nun auch hier eine spezielle stationäre Betreuung bieten – mit Programm und Tagesstrukturierung in angenehmer Atmosphäre zur Förderung der Alltagskompetenzen und Orientierung”, sagte Diakonie-Geschäftsführer Thorsten Kilwing bei der Einweihung des eigens dafür eingerichteten neuen Betreuungsraums.
Pflegedienstleiterin Beate Pauly gab dazu wesentliche Hintergrundinformationen: Demenzkranke, für die persönliche Beziehungen und feste Anhaltspunkte besonders wichtig sind, brauchen eine darauf ausgerichtete Betreuung in entsprechender Umgebung durch dafür geschultes Personal – dies wäre auf einer normalen Station nicht möglich. Außerdem sind sich die Verantwortlichen in Christanger bewusst, dass der Bedarf an spezieller Betreuung für Demenzkranke weiter steigt, weil die Menschen immer älter werden.
Die Tagesbetreuung dementer Bewohner übernehmen Altenpflegerin Maria Unterberger und Altenpfleger Martin Sedlmeier, die eine zweijährige gerontopsychiatrischen Zusatzausbildung absolviert haben. „Ein Hauptansatzpunkt bei der Betreuung ist, Demenzkranke dahin zurückzuführen, woran sie Erinnerungen haben und wie sie gelebt haben”, erklärte Unterberger. Weiter führte die Geronto-Fachkraft aus, dass im Rahmen des Programms die Tagesstrukturierung wichtig ist und Biographiearbeit betrieben wird, damit ein „normales Alltagsleben” mit gewissen Gewohnheiten die Handlungsfähigkeit der Bewohner fördert, ohne sie zu überfordern. Eingebunden in die Tagesbetreuung ist außerdem Ergotherapeut Peter Roßbach.
Die Erfolge und guten Erfahrungen, die im Christanger-Heim in Postmünster beim Zuspruch und der Entwicklung des täglichen Lebens zu verzeichnen sind, stimmen Pflegedienstleiterin Beate Pauly für die Tagesbetreuung im Eggenfeldener Haus zuversichtlich – „wir können für das Leben der uns anvertrauten Menschen positive Impulse bewirken”.
Vorerst besuchen zwölf Christanger-Bewohner nach gerontopsychiatrischen Kriterien die neue Tagespflegegruppe. Bei Bedarf könnten eventuell noch Pflegepatienten von außerhalb dazukommen.
In der neuen „Tagespflege für demente Bewohner” im Christanger-Heim wird die Lebensqualität der Betroffenen durch diese Betreuungsform gesteigert – bei der Einweihung des Gruppenraums wünschten (von links) Pflegedienstleiterin Beate Pauly und Diakonie-Geschäftsführer Thorsten Kilwing den Geronto-Fachkräften (von rechts) Martin Sedlmeier und Maria Unterberger sowie dem Ergotherapeuten Peter Roßbach (Mitte) gutes Gelingen.
